Montag, 11. Dezember 2017
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Verbrauchseinsparung bei Nutzfahrzeugen war Hauptthema bei VDA-Symposium

Mittwoch, 03.07.2013 09:26
'Nutzfahrzeuge werden in Zukunft noch effizienter. Die Nutzfahrzeugindustrie trägt entscheidend dazu bei, das bevorstehende Wachstum des Güterverkehrs nachhaltig zu meistern', sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), beim VDA-Nutzfahrzeugsymposium 2013 in Berlin.
'Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass verschiedene gesetzliche Ziele sich gegenseitig nicht im Weg stehen', sagte Dr. Wolfgang Bernhard, Vorsitzender des VDA-Vorstandskreises Nutzfahrzeuge und im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Daimler Trucks und Daimler Buses. Foto: Mercedes-Benz

'Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass verschiedene gesetzliche Ziele sich gegenseitig nicht im Weg stehen', sagte Dr. Wolfgang Bernhard, Vorsitzender des VDA-Vorstandskreises Nutzfahrzeuge und im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Daimler Trucks und Daimler Buses. Foto: Mercedes-Benz

Ein 40-Tonner im Fernverkehr verbrauche heute im Durchschnitt nur noch rund 30 Liter oder weniger auf 100 Kilometer. 'In den vergangenen drei bis vier Jahrzehnten haben Nutzfahrzeuge ihre Transporteffizienz auf der Straße nahezu verdoppelt. Mit Innovationen bei der Aerodynamik oder dem Lang-Lkw werden wir den CO2-Ausstoß unserer Nutzfahrzeuge in Zukunft noch weiter reduzieren. Dies soll durch neue Materialien, konsequente Gewichtsoptimierung und noch effizientere Dieselmotoren gelingen.

Um weitere Fortschritte bei der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs schwerer Nutzfahrzeuge zu ermöglichen, forderte Wissmann eine 'Politik mit viel Augenmaß und nüchternem Kalkül'. Neue Lärmgrenzwerte, weniger Kraftstoffverbrauch, niedrigere Emissionen von Schadstoffen – all das werde die Industrie weiter optimieren. 'Aber die Physik lässt sich nicht überlisten. Überall gleichzeitig neue Bestimmungen zu erlassen – die sich womöglich auch noch widersprechen – das wird nicht zur Mobilität, zum Güterverkehr oder zum Nutzfahrzeug von morgen führen", so Wissmann. Stattdessen müssten klare Prioritäten gesetzt werden.

Mit dem neuen Euro-VI-Standard seien die klassischen Schadstoff- und Partikelemissionen nun auf einem absoluten Minimum angelangt. Die neue Abgasnorm Euro VI gilt ab 1.1.2014 für alle neuen Lkw. Der Standard legt Grenzwerte für die Emissionen von Partikeln, Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid fest. 'Die Abgasluft ist mit Euro VI faktisch rein. Eine eigene Maut-Klasse für Euro-VI-Fahrzeuge wäre daher wirtschafts- und umweltpolitisch sinnvoll, damit die Fahrzeuge auch möglichst rasch zum Einsatz kommen. Wir setzen darauf, dass nach der Bundestagswahl im Herbst zügig darüber entschieden wird', sagte Wissmann.

Koordiniertes Vorgehen von Politik und Industrie

Für Dr. Wolfgang Bernhard, Vorsitzender des VDA-Vorstandskreises Nutzfahrzeuge und im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Daimler Trucks und Daimler Buses, ist ein koordiniertes Vorgehen von Industrie und Politik elementar, um die Vorreiterrolle Europas in der Nutzfahrzeugindustrie auch in Zukunft zu halten. 'Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass verschiedene gesetzliche Ziele sich gegenseitig nicht im Weg stehen', sagte Bernhard. Bei zukünftigen Ansätzen, um möglichst viel CO2 einzusparen, sei eine Konzentration auf machbare und vor allem wirtschaftlich realisierbare Lösungen wichtig. 'Denn wir alle wissen: Was sich für unsere Kunden nicht rechnet, wird auch nicht gekauft und ist damit auch für die Umwelt wertlos', so Bernhard.

Kein Vergleich
Dr. Leif Östling, Mitglied des Vorstandes der Volkswagen AG, betonte, der zukünftige Straßengüterverkehr und die damit einhergehenden Nutzfahrzeuge werden mit Blick auf Energieverbrauch, CO2-Emissionen und Umweltbilanz nicht annähernd mit heute gebräuchlichen Technologien und Organisationsformen vergleichbar sein.

60 Prozent weniger Emission
Jos Delbeke, Director General DG Climate Action der Europäischen Kommission, verwies auf das Ziel der Europäischen Kommission, die Verkehrsemissionen bis 2050 um 60 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Bereits 2010 habe die Kommission eine Strategie zum Umgang mit CO2-Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge angekündigt. Delbeke weiter: 'Diese Strategie wird derzeit fertiggestellt.
 
Aerodynamische Verkleidungen
Auch für die deutsche Trailerindustrie seien ökologisch und ökonomisch effiziente Lösungen heute ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, erklärte Ulrich Schöpker, Vorstand Schmitz Cargobull AG und Vizepräsident des VDA. Bei einem kürzlich entwickelten aerodynamischen Konzept-Lastzug hätten eine CO2-Emissionsminderung bei gleichzeitiger Praxistauglichkeit im Vordergrund gestanden. 'Hier haben wir bewiesen, dass bis zu 4,5 Prozent weniger Treibstoffverbrauch allein durch aerodynamische Verkleidungen erreicht werden können.' Weitere Verbrauchseinsparungen lassen sich darüber hinaus, so Schöpker, durch gewichtsreduzierte Stahl-Alu-Chassis, hochmoderne Leichtlaufachsen, Systeme zur korrekten Reifendruckbefüllung oder integrativen Telematiksystemen für Truck und Trailer mit gemeinsamen EDV-Plattformen erreichen.

Mit Blick auf den Feldversuch mit Lang-Lkw betonte Schöpker: 'Einen weiteren, wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Senkung der Emissionen und der Verkehrsraumbelastung sehen wir im Langzugkonzept für den Güterfernverkehr. Mit den heute bereits existierenden Fahrzeugen lassen sich in allen Bereichen die Belastungen um bis zu 30 Prozent reduzieren. Zudem würde die Konkurrenzfähigkeit der Transportbranche deutlich steigen, da die Fahrzeuge auch im intermodalen Schienenverkehr eingesetzt werden können.

Von: rla

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